Verfasst von: rausausdeutschland | 14. Mai 2008

Die Finanzkrise und Lösungsansätze dazu

Jeder sollte individuell entscheiden wie er/sie sein Vermögen sichert.

Für eine „individuelle Beratung“ empfehle ich folgenden Kontakt:

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Die Zeit zum handeln ist JETZT!

Ist die Krise an den Finanzmärkten vorbei?

Anmerkung GoldSeiten.de: Der nachfolgende Artikel ist ein Referat, das Herr Siebholz auf einem Seminar in Kassel gehalten hat.

* Frage: Ist die Krise an den Finanzmärkten vorbei?
* Antwort: Nein, sie wird und muss sich noch verstärken!
* Lösung: Anlagevorschläge für diese riskante Periode

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

bevor ich mich in die Niederungen der Finanzindustrie begebe, möchte ich Ihnen vier Kernaussagen voranschicken, die Sie bitte immer als Leitsatz für Ihre Entscheidungen berücksichtigen sollten; diese vier Aussagen sind:

Vertrauen Sie um Gotteswillen keiner Statistik, die Sie nicht selbst erstellt haben; die Obrigkeit als Verfasserin von Statistiken hat immer ein Interesse, dass Werte und Zahlen in ihrem Interesse interpretiert werden, seien es zu schöne (d.h. nicht real inflationsberichtigte) Wachstumsdaten, Arbeitslosenzahlen nach Ausschluss von diversen Gesellschaftsgruppen oder Inflationszahlen gleich nach welcher Berechnungsmethode sie auch ermittelt werden.

Gehen Sie davon aus, dass Banken und dann in gesteigerter Form Notenbanken zu den Gegnern jedes arbeitenden Mitglieds einer Gesellschaft gehören; bei Notenbanken mit der Einschränkung, dass dies nicht für Notenbanken gilt, die unabhängig von der Politik über die Geldwertstabilität entscheiden können. Dazu habe ich schon einmal meine Meinung dargelegt (siehe „Meine Meinung zu…“ vom 04.10.2004).

Weisen Sie Erklärungen über Interessengruppen, die Ihnen unheimlich vorkommen sollten, nicht als „Verschwörungstheorie“ zurück; ich kann Ihnen versichern, dass die Informationen über die internationalen Interessengruppen so geballt sind, dass es Ihnen Schwierigkeiten bereiten wird, nicht an eine solche Theorie zu glauben. Allein die Existenz der US-Notenbank Federal Reserve (weder „Federal“ stimmt, die Notenbank ist in Privatbesitz – noch wird von der FED eine Reserve vorgehalten – und es ist auch keine Bank) und die Art und Weise, wie sie uner Umgehung aller demokratischen Vorgaben heimlich durch den Kongress geschleust und so im Dezember 1913 gegründet wurde, belegt, dass damit höhere Ziele der großen Interessengruppen verfolgt werden. Warum ich Ihnen diese Details vorab mitteile? Weil das Verhalten der FED wohl der wichtigste Treibsatz für das war, über das ich Ihnen heute berichten will. Wenn Sie Details interessieren, lesen Sie Griffin´s Buch: „Das Ungeheuer von Jeckyll Island“, das sich mit den Hintergründen der Gründung der FED Ende 1913 beschäftigt.

Wir kennen aus der Bibel die zehn Gebote. Die alten Kulturen wussten schon, dass diese Wertmaßstäbe völlig ausreichen; alle anderen zusätzlichen und nachträglichen Gebote („neue Gesetze“) lassen einen nachdenken, warum diese erlassen wurden. So sind z.B. für uns Normalbürger verboten:

Glücksspiele, sofern der Staat nicht die üblichen Steuern von bis zu 85% einnimmt Pyramidenspiele oder wirtschaftliche Gestaltungen, die diesem Modell nahe kommen, Drogenkonsum nach der Definition der staatlichen Hoheit, wenn für die Drogen keine – Steuern gezahlt werden und Falschmünzerei – nur um einige markante Beispiele zu nennen.

Warum also mein Hinweis? Der Staat ist der größte Profiteur von Spielsucht, von legaler Drogensucht, er spielt mit seiner Verschuldung das größtmögliche Pyramidenspiel und verstößt seit Tausenden von Jahren gegen die Regel der ehrlichen Münzen durch alle denkbaren Handlungen, aktuell durch die unendliche Geldschöpfung der Notenbanken.

Also: Was er uns durch Gesetze untersagt, vollzieht er zu seinem Vorteil, nämlich, uns um die Früchte unserer Arbeit zu erleichtern. Bitte vergessen Sie das nicht.

Grundgedanken – Grundaussagen zur Bewertung der Auswirkungen der Finanzkrise

Die inzwischen bekannt gewordenen Fakten und Grundlagen vervielfältigen sich wie folgt: Mathematische Überlegungen als Grundlage – die komplexe Struktur der Finanzkrise setzt sich aus einer Anzahl von (Gefahren-)Komponenten zusammen, die sich multiplikativ potenzieren nach den Regeln der Zweier-Potenz, denn

Je länger eine Multiplikationskette wird, umso höher ist die Veränderung des Ergebnisses, selbst wenn nur ein einzelnes Glied dieser Kette sich geringfügig verändert (Beispiel: 1 x 2 x 3 x 4 x 5 = 120, 1 x 1 x 2 x 3 x 4 = 24!!)

Zu diesen Gefahrenkomponenten zähle ich folgende besonders wichtige Einflüsse:

a) Die FED-Lösung, schwache und nicht überlebensfähige Finanzinstitutionen über die Erhöhung des Geldumlaufs á la longue zu konsolidieren, ist in der Vergangenheit schon sehr oft durchgeführt worden, hat aber die in der freien Wirtschaft erforderliche Bereinigung immer wieder nach hinten verschoben; ein solches System fordert immer höheren „Drogenkonsum“ mit dem dann unvermeidlichen Ende – also ein „Junkie-Kapitalismus“

b) Der Wahnsinn in der Finanzindustrie begann – das ist sicher – mit der Geldausweitung Greenspan´scher Prägung; die Hedgefonds und den ungebremsten und unkontrollierten Aktivitäten der Investment-Banken (das sind überhaupt keine Banken im üblichen Sinne – die heimlich das Glass-Stegall-Gesetz aus den 30-er Jahren, das die Trennung von Börsen-, Investment- und Kreditgeschäft erzwang – eines der Ursachen der großen Bankpleiten in den Dreißigern) führte zum Tanz um das goldene Kalb, leider ist dies aber nicht aus Gold, sondern aus Papier. Das Zitat aus dem von mir sehr geschätzten „Aktientrend“ spricht Bände.

c) Es ist nicht nur eine Immobilienkreditkrise, sondern eine Gesamtverschuldungkrise, also Kreditkartenkredit-, Unternehmensfinanzierungs-, Universitäts- und Studienfinanzierungs-kredit-, Mobilleasingkredit-, KFZ-Leasingkredit- und Staatverschuldungskrise usw.

d) Das Übel begann in den USA, als alle Immobilienkredite kritiklos wegen der von Greenspan initiierten Liquiditätsschwemme genehmigt wurden und als diese Welle sich abzuschwächen drohte, die ARM-Kredite (variable Konditionen) von Greenspan empfohlen (geschätzte Ge-samtsumme: ca. 700 Mrd. US$), und damit sowohl die Qualität der Finanzierung an sich und die der Schuldner entgegen jeder Bankierserfahrung extrem nach unten gedrückt wurde.

e) Die rezessiven Entwicklungstendenzen (zuerst in den USA und dann weltweit) führen zu weiterem Bonitätsverfall der Schuldner und damit erhöht sich automatisch das bislang als eingedämmt betrachtete Ausfallpotential und das Abschreibungsvolumen.

f) Die Banken trauen sich gegeneinander nicht mehr, sie horten Liquidität für ihre eigenen Probleme und stellen sich gegenseitig keine Mittel mehr zur Verfügung. Damit müssen die Notenbanken zusätzliche Liquidität zur Verfügung stellen.

g) Es sind noch nicht alle Risikobereiche der Finanzindustrie in den Fokus der Öffentlichkeit geraten (ABS, CDO, SIV, Conduits, LBO) – die größte Welle kommt noch: CDS

h) Die Risikoprämien waren in der Vergangenheit lächerlich gering; diese explodieren nun förmlich, damit geraten die „Schuldenversicherer“ (Monoliner wie AMBAC, MBIA, Fannie Mae, Freddie Mac) als nächste in den Brennpunkt der Angst.

i) Die Rating-Agenturen fürchten Haftungsklagen, also sind sie im Gegensatz zu den bisherigen Gutachten sehr viel vorsichtiger; die schwächere Bewertung wird die Regel, damit ein zusätzlicher Bonitätsverfall und damit eine potenzierte Risikoerhöhung

j) Es beginnt eine Prozesswelle gegen Emittenten, Rating-Agenturen und Vermittler; das erhöht das Ausfallrisiko, wenn Institute große Sammelklagen verlieren sollten.

k) Es scheint nur eine USA-Krise zu sein, weil dort extrem übertrieben wurde, aber es ist auch eine weltweite Länder- und Globalisierungskrise (Spanien, Großbritannien, Australien, China)

1. Erläuterungen der Grundlagen – Zyklischer Wechsel zwischen Rohstoff- und Finanzzyklen:

Der Zykluswechsel ist seit Jahrhunderten nach zu verfolgen. Entweder befinden sich die Volkswirtschaften in einer substanz- und leistungsbezogenen Entwicklung = Industrialisierung/Rohstoffe oder in einem Finanzzyklus. Offenbar geht der seit 1982 dominierende Finanzzyklus zu Ende (bzw. ist wohl schon lange zu Ende). Wer diesen lang laufenden Zyklus verpasst, den bestraft das Leben.

Langfristiger Vergleich der Bedeutung von Technologieentwicklungen, Rohstoffbeschaffung, Nahrungsmittelsicherstellung und Finanzgeschäften

Erkenntnisse: Die Bedeutung der oben genannten Wirtschaftsbereiche verhält sich je nach den politischen und gesellschaftlichen Umständen extrem zyklisch. Der Anteil der anderen Bereiche in Relation zur Finanzindustrie hat sich extrem zugunsten der Finanzindustrie entwickelt und führt daher zu extremen Neugestaltungen und Umschichtungen in der Finanzindustrie z.B. Derivate aller Art – Schwächung der herkömmlichen Finanzdienstleistungen

Fehlentwicklungen: Sonderfinanzdienstleistungen überwiegen das bisherige herkömmliche Finanzdienstleistungsvolumen – extreme Kopflastigkeit der „innovativen“ Finanzdienstleistungen

Verstöße: gegen eiserne Bankgrundsätze häufen sich gegen Ende eines Finanzzyklus wie z.B.folgende gravierende Fehler:
– Kongruenz der Laufzeiten von Einlagen und der Kredite
– Konsolidierung aller Finanzgeschäfte in den Bilanzen
– Konservative Verbuchung von Risiken
– Keine Auslagerung von Risiken über („Conduits)
– Vermeidung „kreativer“ Buchhaltungen
– Marktunübliches Finanzierungsverhalten: ARM in Zeiten – extrem niedriger Zinsen

Aktionsmedien:
– CDO … Collateral Debt Obligation („Veredelter Schrott“)
– ABS … Asset Backed Securities („Verkauf von minderwertigen Darlehen in Anleiheformen an Anleger“)
– LBO … Leverage Buy Out-Finanzierungen („Wahnsinnsübernahmen“)
– CDS … Credit Default Swaps („Versicherung für Krebskranke“)

Volumen: werden hier grundsätzlich nicht veröffentlicht – nur Schätzungen

Schätzungen:
– CDO … mehr als 1.000 Milliarden US$
– ABS … mehr als 800 Milliarden US$
– LBO … mehr als 200 Milliarden US$
– CDS … mehr als 2000 Milliarden US$ bereits im Risiko. Das Vertragsvolumen im ungeregelten Markt ist aber wesentlich höher – nämlich bis zu 14 Billionen US$ (nur in den USA) und weltweit geschätzt 40 Billionen – auch wenn dieser Betrag nicht das Risiko letztendlich darstellen mag, sonder nur das Vertragsvolumen bezeichnet.

Der offiziell gemeldete Umfang in CDS bei US-Banken soll wie gesagt bei 14 Billionen US$ liegen, die fast vollständig auf fünf Banken entfallen. Diese werden im Fokus des Interesses stehen, wenn es einmal damit losgehen wird, die „Kreditversicherungen“ auch in Anspruch zu nehmen.

Und das ohne Einbeziehung der Risiken der beiden großen nicht staatlich verbürgten Hypotheken-Agenturen in den USA „Fannie Mae“ und „Freddie Mac“ mit einem geschätztem Hypothekenvolumen von mehr als 6 Billionen US$

Und was noch viel schlimmer ist: Diese an sich sinnvollen Derivate wurden nicht zur Absicherung von Geschäften geschlossen, sondern in hohem Umfange zur Spekulation ohne großen Einsatz, sprich mit einem Riesenhebel. Man schätzt den Anteil der reinen Spekulationskontrakte am Gesamtvolumen dieser Derivate auf über 40% – also reine Spiel und Wette.

Beispiel: Bear Stearns …. Eigenkapital 17 Mrd. US$, Derivate: 13.400 Mrd. US$

Sie sehen, dass der Untergang von Bear Stearns die Finanzkernschmelze hätte herbeiführen können, so Warren Buffett – und damit wäre es ein Tsunami der Finanzindustrie geworden.

2. Ist das Gesamtrisiko schon bekannt?

Antwort 1: Die Veröffentlichungen von im Risiko befindlichen Beträgen erscheinen derzeit nur aus den Kernstaaten USA und Großbritannien. Länder wie Spanien, Australien und Südeuropa sind derzeit noch Niemandsland, haben jedoch auch große Risikopotentiale. Aktuell wird ausschließlich der Bereich Immobilienkredite in der Öffentlichkeit ausführlich diskutiert.

Antwort 2: Selbst für die schon bekannten Immobilien-Risiken erfolgen Veröffentlichungen über die Abschreibungspotentiale nur bei nicht mehr vermeidbaren Vorgaben/Terminen (Bilanzen, größere Forderungsausfälle, Verkauf von Forderungspaketen etc.)

Antwort 3: Jede weitere Verschlechterung der Immobilienmärkte (USA: Starke Steigerung bei den Zwangsversteigerungsfällen und Gefahr einer rezessiven Entwicklung erhöht das Risikovolumen – Allgemein: Neue Risikoländer wie Spanien und Australien u.a. kommen hinzu)

Antwort 4: Neue Risiken aus anderen Krediten wie Autofinanzierungen, Studienkostenfinanzierungen, allgemeinen Leasing-Verträgen, Leveraged-Buy-Out-Kredite, Firmenfinanzierungen und Kreditkartenüberziehungen erhöhen das Ausfallrisiko erheblich. Man schätzt folgende Kreditvolumen:
– Autofinanzierungen … 400 Mrd. US$
– Studienfinanzierungen … 120 Mrd. US$
– allg. private Leasing-Finanzierung … 180 Mrd. US$
– Kreditkarten-Überziehungen … 820 Mrd. US$
– LBO … 200 Mrd. US$
– Commercial Credits … unbekannt

Antwort 5: Jede Rezession, sei es in den USA oder in anderen Staaten erhöht das Risiko- und Abschreibungspotential, das ja nicht nur seit Matthäus-Meier´s Zeiten schon immer schön gesprochen (sprich: herunter gerechnet) wird. Glauben Sie nur diesen Zahlen nicht. Es wird nur das zugegeben, was überhaupt nicht mehr vermeidbar ist.

Antwort 6: Ein ungeheuer großes Potential „schlummert“ in den CDS (Credit Default Swaps); mit diesen Derivaten wurden an sich riskante Kredite in Sammeleinheiten zusammengefasst und durch Sonderderivate (= CDS) quasi gegen Ausfall zu einer Zeit „versichert“, in der das Risiko als eher gegen Null tendierend eingeschätzt wurde. Bei Prämien, die für diese „Versicherungen“ im Promillebereich pro Jahr lagen, derzeit sich aber in hohen Prozent-Ausfällen niederschlagen, können Ausfälle, über die man ja täglich lesen muss, zum Untergang der „Versicherungen“ (in der Regel sind das wieder die großen Player an den Finanzmärkten) führen. Bislang wurde vermieden, diese „Versicherungen“ abzurufen, weil den Akteuren an den Märkten die Konsequenzen („Dominostein-Theorie“) bekannt sind.

Antwort 7: Es dürfte Ihnen nicht entgangen sein, dass sich die wirtschaftlichen und damit später auch die politischen Gewichte weg von den alten Industriestaaten westlicher Prägung hin zu den asiatischen Ländern verschieben; diese haben zwar auch einige von den Schrottwerten der USA erworben, sind aber nicht überschuldet und verfügen über ausreichend Kapital aus ihren Exporten in die alten Industrieländer und können – sofern sie sich sicher fühlen, die Schuldscheine dieser Länder (also Bargeld und Anleihen) jederzeit präsentieren, falls sie dies für richtig halten. (siehe dazu mein Essay „Meine Meinung zu…“ aus dem September 2004 unter dem Titel „Die Strategie Chinas oder „Fasten your seal belts, ladies and gentlemen in the United States and elsewhere“

Zusammenfassung: Über das tatsächlich schon bekannte Risiko wird nicht berichtet (IKB, LBBW, Sachsen-LB, Bayern-LB, Northern Rock, Fannie Mae, Freddie Mac), über das neue Risikopotential aus neuen Kreditbereichen und aus neuen Ländern gibt es keine Erkenntnisse und über das drohende Risiko, das sich aus den Rezessionsfolgen in den USA und in anderen Ländern ergibt, kann man sich derzeit keine Vorstellungen machen.

Was bei einem Abruf von Sicherungsleistungen aus den CDS geschieht, kann man derzeit nicht einschätzen. Aber: Das Risikovolumen ist dermaßen hoch, dass man sich über die Bonität der Haftenden kaum Gedanken machen sollte, im Falle eines Falles reicht es sowieso nicht aus und es gilt zu entscheiden, ob die CDS wertlos sind oder die Garantierenden zu Asche verfallen.

Das Schlimmste kommt nun zu letzt: Alle diese Kontrakte und Scheinkontrakte wurden in einer Periode generiert, die wegen der Greespan´schen Geldschöpfungsmaschine völlig risikounempfindilch war: Es gab ja bei Fehlern und Pannen genug Geld. das man schaffen konnte und nicht vorher verdienen musste. Der Chart meines US-Informanten „Contrary Investor“ sagt alles aus: Die letzten vier Jahre, in denen sich das Volumen der Derivate vervielfacht hat, zeigen geringste Ausfallraten. Ich kann mir vorstellen, dass die Zahlen des Jahres 2007 und der Folgejahre wieder einen erheblichen Anstieg der Ausfallraten zeigen werden und damit ein Ausfall-Multiplikations-Potential unvorstellbarer Größe.

Das Gleiche belegt eine Studie des Schweizer Bankhauses Wegelin & Co: Die Risikoprämien waren einfach zu gering kalkuliert. Jetzt kommt die Abrechnung für diese Nachlässigkeit.

Konsequenz: Die Krise an den Finanzmärkten ist noch lange nicht vorbei.

Emotionen: Der Auslöser einer weitaus größeren Krise wird das fehlende Vertrauen der Banken untereinander und daraus resultierende Panikpotential werden. Ansätze sind schon zu entdecken. Das Tollste dabei ist, dass die Deutsche Bank erst einmal Derivate an die IKB verkauft und später – als die Titel nicht mehr handelbar waren – die BAFIN auf die Risiken bei der IKB hinweist. Wer B (wie „Breuer“) sagt, muss auch A (wie „Ackermann“) sagen?

Die vielseitigen Erklärungen der Banken („Wir werfen Ballast ab“) etc. sind nur Schall und Rauch und sollen uns vom Hauptproblem nämlich dem realen Risikovolumen ablenken. Und was wird passieren, wenn die USA ihr TOP-Rating verlieren, wie es Standard & Poors kürzlich andeutete?

Was wird passieren, wenn große Kapitalanlage-Fonds wie z.B. der koreanische Staatsfonds nicht mehr in US-Titeln investiert? Fragen über Fragen, die wieder neue Facetten für zusätzlich aufkommende Probleme erkennen lassen.

3. Welche Lösungen für die Probleme an den Finanzmärkten gibt es?

Historie:

Die großen mittel- und südamerikanischen Kreditkrisen
Gläubiger: US-Banken
Lösung: Erleichterung bei der Ausfall-Verbuchung, Finanzierung von neuen Gesellschaften, die gegen neue Finanzierungen die alten und schlechten Kredite übernehmen – das wird gerade von den US-Instituten und der Deutschen Bank praktiziert – der Kreditabschaum bleibt der gleiche, nur ist er jetzt ausgegliedert und durch neue Kredite finanziert

Die Long-Term Capital Management-Krise (LTMC)
Gläubiger: US-Banken, Zentralbanken, internationale Banken
Lösung: Zwangseinlagen der Investment-Banken, „Umlage“ zu Lasten der internationalen Banken

Die Russland-Krise
Gläubiger: „Internationale Banken“
Lösung: Streckung der Rückführungen, Krisenbewältigung im Schuldnerland Russland

Die Asien-Krise
Gläubiger: Internationale Banken
Lösung: Streckung der Rückführungen, Krisenbewältigung in asiatischen Schuldnerländern

Die aktuelle Derivate-Krise
Schaffung neuer Kredite durch die Notenbanken, „Verkauf“ der alten uneinbringlichen Schulden in neue Einheiten und Ausbuchung aus den Bilanzen der großen Finanzinstitute

Und das Allerschlimmste, was ich mit meiner mehr als 40 Jahre bestehender Erfahrung hinnehmen muss, ist die Praxis der Bank of England, schlechte Kredite anzukaufen und diese quasi der Bonität der Staatsanleihen gleichzustellen; das wird und muss das Vertrauen in die Staatsanleihen und damit den Bondmarkt zerstören. Garantiert.

Hinweise: Wie auch bei den meisten der o.g. Krisen werden die Maßstäbe verändert; ich konnte es kaum glauben, dass der von mir geschätzte Bundesbank-Direktor Zeitler vorschlägt, die Bilanzierungsrichtlinien einfach zu ändern und so Abschreibungen auf die CDS und andere Derivate auszuschließen nach dem Prinzip „Des Kaisers neue Kleider, er ist nackt, aber man sieht es nicht.“

Alternative: Im freien Markt gibt es nach Übertreibungen die Regel, dass sich der Markt selbst heilt und zwar durch Untergang der Verlierer. Die Größe der Finanzinstitute und deren politischer Einfluss wird es schaffen, dieser Marktregel wieder einmal außer Kraft zu setzen, also wird weiterhin Geld aus dünner Luft gezaubert, um die großen Player am Finanzmarkt am Leben zu halten.

Dieses Geld, das mit dem von uns persönlich verdienten in direkter Konkurrenz an den Märkten steht, ist aber nicht verdient, sondern durch Notenbanken (gegen die Verschuldung von Staatsinstitutionen) geschaffen.

Die Regierungen lassen aber die dringend erforderlichen Bereinigungen nicht zu, sondern sozialisieren die Bankverluste durch neues Geld, das die Gemeinschaft über Schulden zu tilgen hat. Dazu kommt noch die zweite Last der durch dieses aus der Luft gegen Verschuldung geschaffene neue Geld: Die Inflation.

Erkenntnis I: Es ist schon bezeichnend, dass bürgerlichen Geldfälschern der Kerker droht, aber Notenbankiers und Investmentbanker für ihre Geldschöpfung – also das legitime Geldfälschen – geadelt werden („Sir Alan Greenspan“).

Erkenntnis II: Gibt es Lösungen, das System unverändert zu erhalten? Ja natürlich, das bislang seit 1918 praktizierte; damals allerdings noch unter dem Kuratell eines Goldstandards, der auch kein so richtiger Goldstandard nach 1920 war, sondern ein Mischstandard, Modell der Rettung über Geldschöpfung. Nach Englands Untergang in den 20-er Jahren kam dann die Zeit der Notenbanken, seien es FED oder Reichsbank, die alles als Sicherheit für die Ausgabe neuer Kredite annahmen. Heute nennt man es die Sekurisation, es ist aber die gleiche Schlampe wie in den Zwanzigern, nur mit modernerer Kleidung. Die Notenbanken werden die Lösung schaffen, in dem sie – so lange die Welt deren Papier- oder Computergeld annimmt – Kreditgeld in Umlauf bringen auf Teufel komm raus, um die Finanzindustrie zu retten. Aber auf die lange Sicht werden sie dieses marode System nicht retten können.

4. Welche Kapitalanlagen helfen in der Krise?

Erkenntnis 1: Die Notenbanken und Regierungen werden „ihre“ Bankinstitute nicht fallen lassen, also „too big to fall…“. Sie werden also handeln wie bisher in allen Krisen geschehen; neue Liquidität wird die Verluste ausgleichen, bezahlen werden es die Bürger und Konsumenten/Sparer über Steuerlasten und Inflation in ungeahnter Höhe.

Inflation ist schlicht: „Zu hoher Geldumlauf steht gegen zu niedrige Produktion und Dienstleistungen. Das ganze hochwissenschaftliche Gerede soll den Eindruck erwecken, man habe eine Lösung aus der Wissenschaft für die selbst kreierten Probleme gefunden. Die einzige Lösung gibt es nur über den Untergang der faulen Banken, Ausbuchen der faulen Kredite und einen generellen Neuanfang.

Erkenntnis 2: Sollte Erkenntnis 1 nicht wirken, wird es größere Probleme geben, denn dann sind Bankeinlagen weltweit nicht mehr sicher, da auch die staatlichen Sicherungssysteme nur marginale Sicherheit geben können. Hinweis auf „Ausnahmeregelungen“.

Erkenntnis 3: Anleihen und Pfandbriefe werden kaufkraftmäßig durch Inflation entwertet; aktuelle Kaufkraftverluste in Europa bei zehnjährigen Titeln: ca. 55 bis 60% kumuliert/geschätzt mit steigendem Trend.

Erkenntnis 4: In Rezessionen – schlimmer noch: in Stagflationszeiten – also Rezession aber dennoch Inflation – werden auch die Aktien hohe Verluste hinnehmen müssen. Die 70-er Jahre in den USA legen ein beredtes Zeugnis von dieser Krisenform ab.

Erkenntnis 5: Die Inflation wird – wenn sie denn gebrochen werden soll – zu wesentlich höheren Zinsen führen, denn niemand gibt sein Geld längerfristig her, nur um laufend und quasi „staatsgarantiert“ Kaufkraft über den Zins hinaus zu verlieren. Höhere Zinsen sind für Bonds die Garantie für Kursverluste, denn niedrig verzinste Titel können nur noch mit Abschlägen vermarktet werden und für Aktien die Garantie, dass sich die bei der hohen Verschuldung wichtigste Kostenart (der Kreditzins) stark erhöht. Keine gute Zeit für Aktien und schon gar nicht für Rentenwerte.

Erkenntnis 6: Hohe Zinsen sind Gift für den Immobilienmarkt, weil gute Alternativen bestehen und damit die Marktwerte für vermietete Objekte stark zurückgehen. Also Vorsicht bei Immobilien, auch wenn immer behauptet wird, sie steigen in der Inflation im Wert; man muss sie auch unterhalten und vermieten. Und gute Mieter sind in dieser Zeit rar wie ehrliche Politiker…

Erkenntnis 7: Aktien ja, aber nur solche, die sich als Entwicklungsaktien mit großen Risiko- und Ertragspotential darstellen (so genannte Discovery Investments), die sich also mit neuen Technologien und Entwicklungen, mit Mineralsuche und Erschließungen beschäftigen, also über eine hohe in Aussicht stehende Gewinnmarge die „gesicherten“ Verluste aus der missratenen Finanzpolitik zumindest ausgleichen können.

Quintessenz: Wenn bei der einsetzenden Rezession die Finanzprobleme immer nur noch größer werden können, Anleihen wegen der extremen Inflationstendenzen keinen sicheren Hafen darstellen, Bargeld – selbst in soliden Währungen (welche eigentlich?) auch keinen Schutz gegen die Globalisierungseffekte gewährleistet, dann gilt nur noch die Reservehaltung für das Tägliche in einer relativ sicheren Währung (kanadischer Dollar, Schweizer Franken, norwegische Krone, evtl. auch noch im Euro), größere Beträge gehören in Metalle und Edelmetalle. Risikoinvestments sollten nur noch in „Discovery Investment Titeln“ erfolgen.

Warum? Wenn schon von vornherein feststeht, dass ich mindestens 40% meiner Kaufkraft nach Zinseinnahmen und Steuerlast verliere, dann riskiere ich lieber einen Verlust in Rohstoffwerten von bis zu 70%, wenn ich die Chance sehe, meinen Einsatz zu vervielfachen. Mir als alten Rentenhändler (also dem Parketthandel in Festverzinslichen) ist diese Erkenntnis ein Grauen, aber dieser Rückschluss ist nahezu unvermeidlich.

Disclaimer: Ich bin Mitglied in einem Aufsichtsgremium eines nach meiner Auffassung gestalteten Kapitalverwaltungsunternehmens; dort werden wir einen Teil der empfangenen Mittel nach diesen Grundsätzen anlegen. Verstehen Sie mich richtig: Diese Investments sind außerordentlich risikoreich, aber da das natürliche Risiko früher einmal „konservativer“ Aktien ähnlich hoch ist, ohne eine Chance einer erheblichen Wertverbesserung zu beinhalten und schon keine Chance besteht, mit Rentenwerten seine Kaufkraft zu erhalten, muss die Anlage in Aktien des „Discovery Investments“ erfolgen. Ohne diese Vorgabe wird das Kapital ohnehin vernichtet, dann aber ohne jedwede Chance, auch einen vertretbar hohen Gewinn erzielen zu können. Dann also: Hohes Risiko bei immerhin hohen Chancen…

DI-Bereiche: Chancen für Discovery Investments sehe ich in: Nanotechnologie, sonstige neue Technologien, Biotechnologie, neue Verwendung von Metallen, seltenen Metallen und Seltenen Erden. Agrar- und Energie-erzeugungsalternativen, Öl- und Gasförderung, neue Energieumwandlungsverfahren, neue medizintechnische Entwicklungen, Energieverteilung und Energiespeicherung.

Hybridtechnologie – PKW, aber auch Busse und LKW

Meine Favoriten: Silber und Gold als physisches Material, Explorationswerte in Gold, Silber, Tantal und Seltenen Erden, sofern die Gesellschaften nahe einer Produktionsaufnahme sind – also spätestens bis zum Jahre 2010 produzieren können.

Noch etwas zum Nachdenken:

Kriegszeiten: Teure Kriege, die ihren Aufwand nicht durch Beute hereingebracht haben, waren schon immer Auslöser von Inflation und Geldvernichtung von Rom bis Bagdad. Die US-Militärausgaben für Afghanistan und den Irak (vom möglichen Iran-Abenteuer ganz zu schweigen) sind noch nicht vollständig budgetiert.

Lastenverteilung: Die FED teilte kürzlich mit, dass sie keine Ausbietungslasten im Falle von Bear Stearns übernehme, sondern die Anleihegläubiger diese zu tragen hätten, (und natürlich die Bürger der USA, die die Schuldaufnahme für die Schaffung neuen Geldes später einmal abtragen müssen)

Dollar-Carry-Trade: Kluge Investieren beginnen, sich auf einen US$-Carry-Trade vorzubereiten (siehe Yen-Carry Trade). Man borgt sich den staatlich zinsgünstig gehaltenen US$ und legt sein Geld in besseren und stabileren Alternativen an. Folge: Ein einsetzender US$-Carry-Trade wird den Dollar weiter auf der Verliererstrasse halten

Inflationsexplosion: China spürt die Folgen der internationalen Kostenexplosion; der bislang deflatorische Einfluss der „billigen“ Waren aus Fernost wird sich innerhalb von wenigen Monaten verflüchtigen. Die westlichen Länder werden viel mehr für ihren einst so günstigen Warenbezug aus Asien zu zahlen haben. Folge: Weitere Inflation, aber diesmal kommt eine konsumentenorientierte Inflation, die richtig weh tun wird.

Altersversorgungen: Da weltweit Milliarden in Anlagen wie CDO, SIV etc. geflossen sind, aber derzeit nicht oder nur noch zu lächerlichen Werten verwertet werden können, wird es Deckungsprobleme bei allen Versorgungsinstitutionen mit hohem Anlageanteil an den Derivatspapieren geben, die auch existenzielle Gefährdungen mit sich bringen werden.

Derivate: Alle diese sinnlosen Papier-Vereinbarungen ohne einen geregelten Markt werden kurz über lang verschwinden und sich in Luft auflösen; wer dafür etwas gezahlt haben sollte, wird – wenn er recht mit seiner Wette behält – vom Emittenten (da pleite) nichts mehr bekommen oder sein Derivat ohnehin mit Null auslaufen lassen müssen.

Zusammenbruch der realen US-Wirtschaft: Letzen Endes läuft es auf einen Systemwandel heraus, der andere Namen tragen wird, aber einem Zusammenbruch der realen US-Wirtschaft gleichkommt; dann werden wir Europäer folgen.

Verschiebung der Weltmachtkräfte als Folge des US-Zusammenbruchs – die wirtschaftlichen und politischen Gewichte werden sich nach Osten und Süden verschieben, also von Europa/USA nach Asien und in den lateinamerikanischen, aber nicht von den USA abhängigen Wirtschaftsraum.

Vorwarnungen? Ich habe einen interessanten Bericht gelesen, der sich mit der Differenz der kurzfristigen und der Staatsanleihezinsen beschäftigt. Diese Ausarbeitung sagt, dass logischerweise eine Grundlage für die Kapitalmärkte gestört ist, wenn trotz Inflation der längerfristige Zins unter dem kurzen liegt. Ich erinnere mich an die 70-er Jahre, als dieses Phänomen das erste Mal geballt auftrat und Schlimmes ankündigte. Der kurze Zins lag da bei 13%, der längerfristige bei ca. 7,5 bis 5%. – Sehen Sie heute die Daten für die US-Kapitalmärkte. Dort entwickelt sich eine Spanne, die uns aufhorchen lassen sollte.

Ein Bild sagt mehr…: Zuerst einmal eine visuelle Nachdenkhilfe: Ein Gutschein der Stadt München über eine Billion Mark sagt vieles – so war es Ende 1923.

Die Stadt Glogau – nicht weit weg von meinem Geburtsort – gab einen Geldersatzschein über 500 Millionen Reichmark heraus. Darauf steht neben dem Bild von einem Männchen, das offensichtlich nach hinten Münzen entlässt wörtlich: „Der hohe Wert auf dem Papier ist „scheinbar“ nur, Du siehst es hier. Heut gibt´s noch was dafür, wer weiß ob morgen Dir jemand wird Dir drauf was borgen. Die wahre Hilfe wär´ in dieser Zeit, zu erhoffen nur von dem Dukatenmann, der vieler Menschen schweres Herzeleid durch kühnen Druck von hinten lindern kann“.

Welch realer Zynismus, aber vielleicht konnte man nur durch solch einen Humor die damaligen Problem noch ertragen.

Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

globalconsultant@mailvault.com

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